USA. In Kapiteln

Zwei Wochen USA. Es wird großartig. Reisen ist immer großartig.

Wenn ich es schaffe, will ich in den kommenden 14 Tagen hier immer wieder mal von unseren Abenteuern berichten, kein echtes Reisetagebuch, denn das werde ich wohl nicht hinbekommen, aber hin und wieder ein paar Zeilen und Fotos aus New York und Washington. (Mehr Fotos hier.)

1. Kapitel: TomatensaftIMG_2604

Der Tag beginnt früh am Frankfurter Flughafen. Einchecken, zum Gate, Warten. Oliver und ich reisen zum ersten Mal gemeinsam. Auffälligkeiten: Er trägt zwei verschiedenfarbige Socken, eine ist grau, die Andere schwarz. War wohl ein bisschen zu früh. (Ich reise in Jogginghose, in Sachen Style also auf Augenhöhe.)

Unser Weg führt mit Air Canada über Montréal nach New York. Die erste Maschine hat leider gleich schon über eine Stunde Verspätung. Als das Boarding dann doch endlich beginnt, klemmt auch noch eine Tür. Wir werden den Anschluss in Montréal verpassen, dort dann mehrere Stunden am Flughafen verbringen und erst am Abend Ortszeit unser Hotel in New York erreichen.

Zuvor lernen wir eine sehr nette ältere Dame aus San Francisco kennen. Pro Reihe sitzen in unserem A330 acht Personen, Oliver und ich in der Mitte, er immerhin am Gang. Neben mir allerdings die angesprochene Dame, Eleonore Kwomboye, geschätzte 52, mit italienischen Verwandten und eben einem festen Wohnsitz in San Francisco. In Bologna hat sie einige Tage Urlaub gemacht, jetzt geht es zurück nach Hause, mit uns im Flieger in Richtung Montréal. Für uns steht im Anschluss nur ein kurzer Weiterflug an, sie hingegen hat noch einige Stunden mehr vor sich. Wir freunden uns schnell mit Eleonore an. Sie hat ein klein wenig Angst, „besonders, wenn es unruhig ist“, und fragt mich um Erlaubnis, ob sie ihren Kopf auf den Tisch zum Dösen legen kann. Ich habe logischerweise nichts dagegen. Es entwickeln sich einige interessante und witzige Gespräche, immer wieder schlafen wir alle auch ein. Weit in der zweiten Hälfte des Flugs gibt es mal wieder eine Runde Getränke von der gar nicht mal so freundlichen Bordcrew. Eleonore spricht mich wieder an. Sie habe sich erzählen lassen, die Deutschen würden immer Tomatensaft im Flugzeug bestellen. Warum das? Oliver und ich bestätigen sofort, ja, Tomatensaft gehört zum Fliegen für immer noch viele dazu. Warum wissen wir allerdings auch nicht. Für uns ist es auch unverständlich bis absurd, weil sicher die Wenigstens auch einfach mal so zum Tomatensaft greifen. Eleonore schüttelt die ganze Zeit den Kopf und lacht. Wir finden heraus, wer zu den Tomatensafttrinkern in der näheren Umgebung gehört, lachen weiter und bestellen Bier, Tee oder Wasser.

Nur Eleonore will es plötzlich wissen. Sie hätte jetzt gerne einen Tomatensaft, sagt sie der Stewardess, sie wolle das jetzt mal probieren. Skeptischer Blick, routinierter Griff zum Saft, schon hat sie ihn da stehen, den Saft, der diesen Namen in meinen Augen nur schwer verdient. Oliver und ich grinsen sie an, na dann los, Eleonore. Die kleine Frau gluckst fast schon in sich hinein, das habe sie jetzt unbedingt ausprobieren wollen. Sie mustert ihr kleines Plastikglas mit dem roten Inhalt, nimmt es hoch, zögert. Dann ein vorsichtiger, fast ängstlicher Schluck. Und sofort verzieht sich das Gesicht! „Schmeckt nach Tomate“, sagt Eleonore und schüttelt mit dem Kopf. Warum?

Mindestens drei Viertel des Glasinhalts gehen kurze Zeit später wieder zurück. Eleonore Kwomboye ist eine Erfahrung reicher, auf den Geschmack ist sie verständlicherweise nicht gekommen.

2. Kapitel: New York

Am Abend, mit insgesamt vier Stunden Verspätung, erreichen wir schließlich New York LaGuardia. Das Gepäck ist mit uns eine Maschine später als geplant von Montréal nach New York gejettet, jetzt kann es richtig losgehen! New York begrüßt uns allerdings mit einem heftigen Regen. „Das hört heute auch nicht mehr auf, a wet welcome“ wünscht der Taxifahrer. Doch wir sind trotzdem einfach nur froh.

Ein Abendspaziergang beschließt unseren langen langen ersten Tag, jetzt, beim Tippen dieser Zeilen, bin ich beinahe 24 Stunden auf den Beinen. Der Abendspaziergang bringt wichtige Erkenntnisse:

Die Lage des Hotels in Soho ist fantastisch; es regnet in uns hinein und muss morgen unbedingt aufhören, wir sind nämlich nicht für Regen ausgerüstet, es wird aufhören, geht gar nicht anders; und die USA zeigen sich von ihrer besten Seite. Wir gehen zu Fuß im strömenden Regen kurz in Richtung des neuen World Trade Centers und erreichen es auch nach 20 Minuten. Beeindruckend ohnehin, aber an einem Tag wie diesem mit zusätzlichem Signal an die freie Welt: #lovewins.

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Ein Kommentar

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  1. Hanno Zimmermann 5. Juli 2015 — 16:10

    gut gemacht, Moritz. Weiter so. Gruß Oma & Opa

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