New York am Strand

5.Kapitel: Coney Island

Oben aus der Palme spritzt Wasser, das in einem hohen Bogen auf den Strand fällt. Hier bildet sich sofort eine stetig wachsende Pfütze, in der Kinder toben und sich mit matschigem Sand bewerfen. Schön. Oder so.

In Coney Island ist das normal. New York ist eine Stadt am Meer. Wer sich dessen nicht so ganz bewusst war, der muss nur einen kleinen Ausflug mit der U-Bahn machen, ungefähr 50 Minuten Fahrtzeit mit Linie Q und da ist er, der Strand. Obwohl der feine Sandstrand eigentlich erst auf den zweiten Blick auffällt, denn in Coney Island gibt es noch ganz andere Dinge, dazu gleich ein klein wenig mehr. Doch zunächst ein kleiner Hinweis auf die ersten Kapitel dieser Reise in die USA, in denen es um Reisestress und ein wenig Architektur ging. Die ersten Tage sind wir hier vor allem eins: gelaufen. Das macht ja durchaus Sinn, wenn man eine neue Welt, eine Stadt erkunden möchte. Nur ist New York eben sehr sehr sehr groß. Wir sind trotzdem gelaufen. Und da dachten wir uns, wir geben den Blasen an den Füßen mal eine kleine Auszeit und legen uns ganz einfach an den Strand. Und weil wir in New York sind und diese Wahnsinns-Stadt nun mal eben am Meer liegt, geht das auch. Und es ist absolut empfehlenswert.

Bei der Ankunft im Erholungsgebiet geht es jedoch zuerst einmal um möglichst nahrhafte Ernährung. Denn Coney Island ist eben nicht nur Strand, sondern auch Nathan’s. Hier IMG_1658wurde der Hot Dog erfunden, so geht jedenfalls die Legende. Original Frankfurters sind für Touristen aus Frankfurt auf jeden Fall ein Anziehungspunkt. Und natürlich gibt es hier nicht nur Hot Dogs mit Sauerkraut (no comment), sondern auch Burger, Cheese Fries und viel Eis in der Coke. Es ist also alles da. Vor allem alles, damit wir direkt im Anschluss an die Mahlzeit unseren vollgestopften Ranzen vor uns her an den Strand schieben können. Aber keine Angst, ich verschone euch, es wird im Verlauf dieses Kapitels kein Foto geben, das auf die Anzahl der Hot Dogs Rückschlüsse erlauben würde. Mit den Helden dieser Sportart können wir ohnehin nicht mithalten. Wie der Wall of Fame bei Nathan’s zu entnehmen ist, schaffte ein gewisser Joey Chestnut 69 Stück beim jährlichen Wettessen der Original Frankfurters. Hach, Amerika.

Und weiter geht die wilde Fahrt, denn the only Coney bietet auf dem Weg zum Strand erst noch einige Attraktionen, bei denen der angesprochene Ranzeninhalt gegebenenfalls direkt wieder verloren gehen könnte. Aber was liegt denn auch näher, als hinter den stadteigenen Strand einen Vergnügungspark zu bauen? Ein Aquarium gibts auch. Beides findet von uns keine weitere Beachtung, völlig zurecht, sage ich mal so.

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Stattdessen geht es nun endlich in die Mittagssonne. Oliver, der sich selbst Weißbrot nennt, wird Spuren von diesem Tag davontragen, an Stellen, an denen ich nicht wusste, dass man sich die verbrennen kann. Die Füße zum Beispiel. Der Strand ist riesig, verschiedene Abschnitte sind durch angelegte Steinformationen erkennbar. Dazwischen gibt es die angesprochene künstliche Palme, weit entfernt vom Meer, mit deren Hilfe eine Art Babybecken entsteht. Ich bin Fan. Und von Coney Island an sich bin ich auch Fan. Denn es ist wirklich fantastisch. Du fährst mal eben aus dieser riesengroßen Stadt heraus, raus aus dem Trubel, weg von den vielen Menschen, den großen Gebäuden, der Bewegung und bist am Atlantik, dem besten Meer, das es gibt. Hier sind zwar auch viele Menschen, aber für einsame Karibikstrände muss man dann eben doch weiter weg.

Mit der U-Bahn an den Strand! Vielleicht muss man in New York sein, um zu verstehen, warum ich das jetzt so sensationell finde, aber es ist einfach so. Sand an den Füßen, kaltes Wasser, wenig Haie und dann kaufen wir für drei Dollar noch Früchte aus Puerto Rico, deren Namen wir leider vergessen haben. Sowas wie Litschi, aber keine Litschi. Und das machen wir dann den ganzen Tag, Früchte lutschen, im Sand liegen, die Sonne aufsaugen und ab und zu zurückschauen. Auf die künstliche Palme, aus deren Spitze das Wasser spritzt.

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